ERNEST KALTENEGGER

Wohnbau statt Überbau

Steiermark Politik | GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

Ja schau, wer da kommt!", freut sich ein aus dem Fenster lehnender Mann. Kaum lenkt Ernest Kaltenegger sein Rad in den Hof der Siedlung in der Triester Straße, machen sich deren Bewohner auf die Socken. Offenkundig sieht man ihn hier oft; keiner wundert sich, dass er da ist. Etliche halten sich nicht lang mit Grußworten auf, sondern starten gleich mit: "Ich warte schon so lange auf ..." - den Boden, zum Beispiel. An der in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts erbauten Siedlung hatte bis vor wenigen Jahren keiner mehr Hand angelegt, entsprechend war ihr Zustand: Fassaden und Stiegenhäuser zum Davonlaufen, Wohnungen ohne Dusche. Nun wird alles hergerichtet. Ein Gutteil der Häuser steht schon fein säuberlich da; bei ein paar kann man sich noch ein Bild davon machen, was Substandard heißt. Ein junger Mann bittet den Stadtrat in seine Wohnung. Er deutet auf zwei Babybetten. "Kriegt ihr Zwillinge!", schließt der Stadtrat. So ist es, und daher brauche man eine größere Wohnung.


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