Bilderbuch

Kultur | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

Es gibt zwei Methoden, um der Nachwelt die Überreste eines Abendessens zu erhalten. Man lässt heiße Lavaströme über die Tafel fließen wie beim Ausbruch des Vesuv vor 2000 Jahren. Oder man klebt, wie der Schweizer Künstler Daniel Spoerri am 23.5.1964 in der Wohnung des Kölner Sammlers Wolfgang Hahn, die Zigarettenschachteln, schmutzigen Teller und Brotkrümel an der Tischplatte fest. "Hahns Abendmahl" (Foto) ist eines der Hauptwerke der in der Mumok-Sammlung reichhaltig vertretenen Kunstströmung Nouveau Réalisme, die bis zum Mai 2006 präsentiert wird. Der franzöische Kritiker Pierre Restany zählte 12 Künstler dazu, denen die Malerei und Skulptur der Zeit zu abstrakt waren, etwa César (Autoschrott), Christo (Häuserverpacken) oder Raymond Hains (Plakaterunterreißen).

Mumok/Susanne Neuburger (Hg.): Nouveau Réalisme. Nürnberg 2005 (Verlag der Modernen Kunst). 271 S., 29,90 Euro / M.D.


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