Der gewandelte Sharon


RAIMUND LÖW
Vorwort | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

AUSLAND Der Abzug jüdischer Siedler aus Gaza ist ein historischer Vorgang. Doch ein Neubeginn sieht anders aus. 

Tagelang beherrschten sie die Medien: verzweifelte jüdische Siedler, Frauen, Männer und Kinder, denen der Abzugsbefehl die bisherige Lebensgrundlage genommen hat. Opfer eines kalten politischen Kalküls, von dem sie drei Jahrzehnte lang profitiert hatten und das sich jetzt so unerwartet gegen sie gewendet hat. Die Streitkräfte demonstrierten selbst gegenüber gewalttätigen Aktivisten, wie wirksam überlegte Zurückhaltung und hartnäckige Geduld sein können. Eine Haltung, die der israelischen Besatzungsmacht in ähnlichen Situationen gegenüber palästinensischen Jugendlichen so oft abgeht.

  Die weltfremde Ideologie der Siedler lässt Ariel Sharon umso stärker als Fels in der Brandung erscheinen. Von der Regierung Bush bis zu den einflussreichsten liberalen Blättern reicht der Konsens: Der Abzug aus Gaza ist ein historischer Vorgang. Der israelische Ministerpräsident

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