Roter Wildwechsel

NINA HORACZEK | Politik | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

SPÖ "Die Sektion" soll jungen Wienern zeigen, dass auch Sozialdemokraten urban und cool sein können. 

Du hast H.C. Strache getroffen - gehe fünf Felder zurück", heißt es kommenden Sonntag im Anne-Karlsson-Park. "Die Sektion" lädt zum 1. Wiener Bobo-Ferienspiel samt politischem Monopoly, Gemeindebau-Quartett und Twinni. Nachdem die Grünen bei den vergangenen Wahlen den 7. Bezirk eroberten und in den trendigen Innenstadtwohngegenden über dreißig Prozent erreichten, möchten rote Sympathisanten im Wien-Wahlkampf zeigen, dass auch SPÖ wählen cool sein kann.

  Zielgruppe sind "Bobos", also "Bourgeois Bohemiens", jener Personenschlag, der es laut US-Autor David Brooks schafft, "einerseits wohlhabend und erfolgreich zu sein, andererseits aber auch rebellisch und unorthodox". Ein schwieriges Unterfangen für eine Partei wie die SPÖ, die ihre Stammklientel bislang überwiegend in Gemeindebauten und Pensionistenheimen zu mobilisieren versuchte. Schon das Sektionslogo mit dem Wildwechsel-Icon soll deshalb nicht nur Retrocharme versprühen, sondern auch zeigen, dass bei den Roten eine neue Generation im Anmarsch ist. Etwa Logodesigner Stefan Bachleitner von der PR-Agentur "The Skills Group", der früher für die SPÖ im Studentenparlament saß. "Die Sektion ist eine temporäre Initiative für Sympathisanten, die nur im Wahlkampf mitmischen will", sagt Bachleitner. Ganz wird aber nicht auf Politprominenz verzichtet: Mit dabei sind unter anderem auch SP-Integrationsstadträtin Sonja Wehsely und SP-Umweltsprecher Jan Kai Krainer.

  Um den Jungen und Coolen die Sozialdemokratie schmackhaft zu machen, laden die Sektionäre am Sonntag zu ihrer ersten Aktion in den Park. Angelehnt an das "Holli-Knolli-Ferienspiel" der Gemeinde Wien können rot-affine Bobos dort an sechs Spielstationen ihren Coolnessfaktor prüfen und darüber diskutieren, wie rot ein echter Bobo sein darf.

Infos unter www.diesektion.at


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