"Qualität des Scheiterns"

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

MUSIK Wie kaum ein anderer hat Renald Deppe in den letzten zwanzig Jahren das Wiener Musikleben abseits der großen Bühnen geprägt: als Musiker, Veranstalter und als sozialer Plastiker. Im Porgy & Bess feiert er diese Woche seinen fünfzigsten Geburtstag. 

Den postmodernen Trick, jedweden Zweifel mit Ironie oder Zynismus billig aus dem Weg zu räumen, hat Renald Deppe nicht drauf. Sonst würde er keine so ausgewogenen Sätze sagen wie: "Ich habe mich nie darum bemüht, in der Welt der Hochkultur vorzukommen, und ich bin für diese Welt wohl auch gar nicht interessant." Erstaunlich bleibt es freilich doch, dass ausgerechnet er als einer der umtriebigsten zeitgenössischen Musiker dieser Stadt auf den einschlägig etablierten Podien nicht zu hören ist, nicht im Konzerthaus, nicht beim Klangforum, nicht bei Wien Modern und auch sonst bei keinem der Großveranstalter. Traurig, sagt er so, dass man es ihm glauben kann, sei er darüber keineswegs. "Ich vermisse nichts."

  In den Untergrund


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