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KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

Die Siebzigerjahre, mit denen uns die Mode- und Medienindustrie in quartalsmäßig anbrandenden Retrowellen versorgt, waren ja nicht nur Tumbleweed-Frisuren oder Hosen mit familienzeltgroßen Fußauslässen, die Siebzigerjahre standen auch im Zeichen von so argen Sachen wie Liebemachen ohne Aidsangst oder Plattencover, auf denen weiße Vögel übers tiefblaue Meer sausen. Die Postmoderne hat daraus dann 50.000-Teile-Puzzle für gebackenes Designerkino ("Diva") gemacht, aber 1974 war das wohl noch ernst. Natürlich hießen solche Platten dann auch gleich "Love, Love" (ECM/Lotus) und damit es so wirklich siebzigerjahremäßig rüberkam, nannte sich Julian Priester nicht einfach bloß Julian Priester, sondern Julian Priester Pepo Mtoto, und er spielte auch nicht bloß Posaune (sein Stamminstrument), sondern auch noch: Horns, Whistle Flute, Percussion und Synthesizers. Rein musikalisch ist das soeben erstmals auf CD erschienene Album hörbar ein Kind seiner Zeit, das vor allem mal ein endlos

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