Prager Kunstschisma

Kultur | JAN TABOR | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

KUNST Was die Gegenwartskunst angeht, ist Prag eine überaus ehrgeizige Stadt geworden und doch ein böhmisches Dorf geblieben. Hier findet derzeit die weltweit erste Bi-Biennale der Kunst statt. 

Unter dem löchrigen, mit schwarzen Folien provisorisch abgedunkelten Shed-Dach einer verlassenen Fabrikhalle im Prager Arbeiterviertel Karlin unterhalten sich Anetta Mona Chisa und Lucie Tkacova, zwei junge hübsche Künstlerinnen aus der Slowakei, darüber, was ihnen Knizak und Politi zugestehen müssten, damit es sich für sie lohnte, mit den beiden alten Männern ins Bett zu gehen.

  Mit Knizak, sagen sie gleich, auf keinen Fall. Auch dann nicht, wenn er ihnen eine Einzelausstellung in der prestigereichen Nationalgalerie in Prag anbieten würde. Politi hingegen könnte ihre Beischlafbereitschaft bereits durch drei, vier Seiten mit Werksbericht in seinem einflussreichen Kunstmagazin bewirken. Eine Abbildung auf dem Cover dazu müsste auch noch drinnen sein. Kunst, meinte Christian Ludwig Attersee


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