Auf Sand gebaut

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

ARCHITEKTUR Eine Ausstellung im Jüdischen Museum zeigt jüdische Architektur zwischen Zerstörung und Selbstbehauptung. 

Letzte Woche wurden die jüdischen Siedlungen im Gazastreifen geräumt. Die israelische Armee musste viele Siedler aus den Häusern zerren. Man hat es immer schon gewusst: Der Häuslbauer lässt sich lieber hauen, als dass er sich von seinen Gartenzwergen trennt. In Israel ist der Trennungsschmerz besonders groß. In einem Land, das nicht viel größer ist als Niederösterreich und kaum mehr Einwohner als Österreich hat, wird um jeden Stein gestritten, entfaltet jede Mauer eine politische Symbolik.

  Die Ausstellung "Jüdische Identität in der zeitgenössischen Architektur" im Jüdischen Museum beschränkt sich zwar auf die Bautypen Synagoge, Museum und Schule bzw. Gemeindezentrum. Daniel Libeskinds Jüdisches Museum Berlin oder Mario Bottas Cymbalista-Synagoge in Tel Aviv stehen für eine Reihe von bemerkenswerten Bauten, die jüdische Geschichte und Religion zum

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