STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

Gleich zwei Fantasy-Filmstarts diese Woche: "Das Wandelnde Schloss" ist ein weiteres Anime-Abenteuer des japanischen Zeichentricksuperstars Hayao Miyazaki. Wer "Prinzessin Mononoke" (1997) oder "Spirited Away" (2001) kennt, weiß, dass die kein Kinderkram sind. Auch hier führt uns Miyazaki auf den niedlichen Holzweg, wenn sein "Schloss" zunächst in einem Alpental mit zuckersüßen Fachwerkhäusern steht, einer Traumlandschaft für "Heidi"-Fans (Miyazaki war als Zeichner an der Seventies-Serie beteiligt), die alsbald dämonischer Invasion und kriegerischer Verwüstung anheim fällt. Das kulleräugige Liebespaar in spe durchläuft dunkle Metamorphosen: Das Mädchen wird zur buckligen Alten, der blonde Prinz mit den magischen Kräften zum geflügelten Gargoyle; in solcher Gestalt reisen die beiden in einem offenbar der russischen Baba-Jaga-Sage entlehnten Gebäude auf Hühnerfüßen durch die Lande. Eine farbschwelgerische Antikriegs-Allegorie, die, wenn überhaupt irgendeiner, dann der


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