Rumänisches Roulette

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

STRASSENLEBEN Eins, zwei, drei - wo ist die Kugel? Seit einiger Zeit zocken im Prater, am Brunnenmarkt oder auf der Mariahilfer Straße Hütchenspieler die Leute ab, sehr zum Ärger von Anrainern und Ausgetricksten. Das Phänomen ist relativ neu in Wien. 

Wie spät ist es?", fragt der Mann, der kurz vorher noch drei kleine Pappschachteln auf einem Stück Teppichboden auf der Mariahilfer Straße herumgeschoben hat, ganz originell. An seinem Handgelenk blitzt nämlich eine goldene Uhr. Die Zeit will er aber eh nicht wissen, vielmehr bohrt er nach, und es klingt gefährlich: "Was stehst du hier herum?" Darf man nicht mehr stehen? Man warte auf einen Freund in dem Geschäft, lautet die Antwort. "Ich hab geglaubt, du bist ein Zivilbulle", gibt sich der finstere Typ sichtlich erleichtert. Er spiele "Roulette", antwortet er auf die Gegenfrage, was denn er, bitte schön, da auf der Einkaufsstraße mache. Spricht's, gibt seinen Kollegen ein Zeichen, einer zieht ein Teppichstück unter seinem Pullover


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