PHETTBERGS PREDIGTDIENST

Gezielt aufs Kreuz

Stadtleben | aus FALTER 34/05 vom 24.08.2005

In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und ... vieles erleiden. ... Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr. ... Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: ... Du willst mich zu Fall bringen...

Mt 16,21-27

(Evangelium am 22. Sonntag im Jahreskreis eines Lesejahres A)

Wir bewegen uns nun langsam aufs Fest Kreuzerhöhung zu. Ich denke an den knieenden Priester und Minister Ernesto Cardenal, den der verstorbene Papst vor aller Welt bei der Ankunft in Nicaragua maßregelte, und ihn seinen Fischerring nicht küssen ließ. Er kniee nicht, er herrsche, meinte der Papst wahrscheinlich. Er durchleide die Wirklichkeit nicht, sondern versuche sich selbst herauszuwursteln, was ein Beweis sei, dass Cardenal nicht wirklich an Gott glaube, denn glaubte er, dann durchlitte er nach dem Muster Jesu, was zu erlösen sei.

  Denn würden wir unter den vielen Jugendlichen, die in Köln beim Weltjugendtag waren, eine Umfrage abhalten, würden alle ganz vernünftig antworten. Sie würden im voll erblühten Idealismus wie der Apostel Petrus antworten: Es darf keine himmelschreiende Ungerechtigkeit geben. Und wir müssen ja Johannes Paul II. ganz klare Machtstrukturen zubilligen.

  Dann, bei seinem Begräbnis, gab Ratzinger dem evangelischen, nun 90-jährig ermordeten Frère Roger von Taizé die katholische Kommunion, was natürlich verboten ist. Vielleicht stand Roger in einer Gruppe Geistlicher und Ratzinger erteilte sie ihm versehentlich, oder es ist ein Anzeichen, wie alles wächst, von Jesus an, alles weiterwächst. Gestern sagten sie im Fernsehen, dass um die katholischen Lager solcher Weltjugendlager große Mengen Kondome gefunden würden rundherum. Wie alles wächst und erigiert, wenn so viele junge Leute einander begeistert bewundern. Ich war auch jung und begeistert, ging dann nachts in die Schwenderloge. Aber nun braucht die Jugend diese Toiletten nicht mehr. Wenn zwei Männer einander begehren, sehen sie sich in die Augen und gehen ihres Weges. Wenn also nicht gesündigt worden wäre, einen besseren Weg zu finden, über Jesus hinaus. Der ja bleiben darf auf ewig und feinste Diskussionsbasis bietet. Jesus musste sich am Kreuz dann auch gut benehmen.

Die ungekürzte Version des "Predigtendienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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