Der Unvollendete

Kultur | RALPH EUE | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

FILM In seiner Orson-Welles-Retrospektive zeigt das Österreichische Filmmuseum nicht nur dessen "Klassiker", sondern richtet das Augenmerk auch auf das gigantische Labor eines obsessiven Experimentators, Entdeckers und Erneuerers.

Als ihn das American Film Institute 1975 für sein Lebenswerk auszeichnet, stellt ihn der Moderator mit den folgenden Worten vor: "Here they are, Orson Welles."

  Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Orson Welles war seit jeher ein hervorragender Anlass für diese Art von Fragen. Der Statthalter Shakespeares in der Kunst des 20. Jahrhunderts sei er gewesen, auch ein begnadeter Zauberer und ein Genie sowieso. Dieser auffälligen Enthemmtheit seiner Interpreten habe er vielleicht selbst Vorschub geleistet, sagte der imposante Mann mit den tausend Gesichtern gegen Ende seines Lebens. Wobei er noch hinzufügte: "My favorite mask is myself." So hat Orson Welles, der massige Repräsentant der eigenen Legende, schon in jungen Jahren seine Filme gedreht: in blendender


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige