Schwimmen im Sumpf

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

FILM Mit "La Niña Santa", etabliert sich die Argentinierin Lucrecia Martel als eine neue, wichtige Stimme des internationalen Autorenfilms. 

Es gibt Filme, die erinnern an Situationen, Orte, Menschen, die man selber kennt. Andere erinnern an andere Filme. Und dann gibt wieder solche, die erzeugen ein beinahe unheimliches Déjà-Vu, in dem sie eine unbewusst vertraute Stimmung plötzlich benennbar machen, als Cassavetes-Blues, Bergman-Beklemmung oder Fassbinder-Verwundbarkeit. Die Argentinierin Lucrecia Martel hat gerade mal zwei Filme gedreht: Diese beiden aber gehören zu jener letzten Sorte, die mit atmosphärischer Handschrift unbekannt-bekannte Saiten anschlagen.

  Schon ihr Debüt, "La Ciènaga" ("Der Sumpf"), eine Gesellschaftsparabel, die 2001, auf dem Höhepunkt der argentinischen Wirtschaftskrise, international für Aufsehen sorgte, zielte weniger auf den Kopf als auf das Einfühlungsvermögen des Körpers. Martel zeigte eine Großfamilie, die sich vor einer zivilen Katastrophe


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige