Schizophren, aber locker

Steiermark Kultur | Mathias Grilj | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

Der Dichter Wolfgang Bauer als Ikone. 

Auf die Frage, ob Wolfgang Bauer als Figur auf die Stimmung einer Generation in dieser Stadt gewirkt hätte, gibt es nur die Antwort: "Was für eine Frage!"

  Dass in Premierenkritiken die Stimmung im Publikum erwähnt wird, ist nicht außergewöhnlich. Kritiker benutzen sie nicht selten als Kronzeugin der eigenen Argumentation - vor allem, wenn sie deren Dürftigkeit fühlen und sich auf Zuschauer als Instanz berufen müssen. Bei kaum einem Dramatiker wird das Publikum jedoch so häufig und so deutlich als Teil des theatralischen Geschehens verstanden wie bei Wolfgang Bauer: Bei welcher Uraufführung sonst käme ein Kritiker öffentlich ins Grübeln, ob jenes trockene "Hehehe" von der Galerie herunter von einem Freund oder einem Gegner des Dichters stammte? Das ist kein Zufall.

  Wiewohl Bauers Dramen nicht darauf angelegt sind, konkrete Personen so verschlüsselt darzustellen, dass sie von Theaterbesuchern in einem "Ahaha"-Erlebnis erkannt werden


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