Schwesterliches Elend

Steiermark Stadtleben | UTE BAUMHACKL | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

LOKALTIPP Multikulti als Konstrukt: Warum will und will sich im Griesviertel eigentlich keine Ausgehszene entfalten? 

Man kennt das Prinzip aus dem Märchen: Schneeweißchen und Rosenrot, Goldmarie und Pechmarie, Schwestern aus ärmlichen Verhältnissen, die sich in ähnlichen Situationen bewähren müssen, was sich dann hübsch gegeneinander aufrechnen lässt. Solcherlei Dualität lässt sich - Überraschung! - auch auf das wirkliche Leben anwenden, schulmäßig etwa im Vergleich Gries- und Lendviertel. Wer dabei die Rolle der Pechmarie ausgefasst hat, ist evident.

  Während sich im Lend derzeit eine ansehnliche Szene entwickelt, tut sich im Gries: nichts. Klar, das Lendviertel hat die besseren Voraussetzungen: liegt näher am Stadtzentrum, hat mehr Grünflächen, mit dem Kunsthaus einen dicken Karfunkelstein, um das Dekolleté aufzuhübschen, und war deshalb von vornherein die hübschere Schwester. Dass einer der "problematischen" Vorstadtbezirke so auffällig Karriere macht und der


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