Tiefe Gräben

Vorwort | OTMAR HÖLL | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

KOMMENTAR Um die politische Kultur in Österreich ist es schlecht bestellt. Das liegt auch an der mangelnden politischen Bildung. 

Jeder Staat "hat" eine, sie ist weder fix noch von Gott gegeben, sondern erweist sich über längere Zeiträume hinweg als veränderbar. Nach ihrer mehr oder weniger vorhandenen demokratischen Orientierung spricht man von der guten oder schlechten "politischen Kultur" eines Staates. Dass es um die politische Kultur Österreichs bis heute nie sonderlich prächtig bestellt war, attestieren nicht nur internationale Vergleichsstudien, zum Teil merken es die Österreicher auch selbst und reagieren mit Verweigerung oder Protest. Als analytische Begründung für fehlendes demokratisches Bewusstsein werden meist "neo-korporatistische" Strukturen und "Cleavages" angeführt: eine chronisch gewordene, feinmaschige Verfilzung von Parteien, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sowie tiefe Gräben zwischen den traditionellen politischen Gruppierungen. Bemerkenswert daran ist,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige