Endstation Zehnerstiege

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

WOHNUNGSNOT Immer mehr Menschen stehen in Wien auf der Straße. Sie haben Scheidung, Jobverlust, miese Bruchbuden hinter sich. Zwei Frauen erzählen von ihrer Odyssee am Wohnungsmarkt und dem Leben in einer Notfallswohnung. 

Natalia Kowalski* lebt hier nicht. Das Klingelschild unten bleibt namenlos, sicherheitshalber. Auch oben an der Haustür kein Name. Kowalski ist übervorsichtig, seitdem sie in der neuen Gemeindewohnung lebt, mit den Birken und dem idyllischen Park vorm Küchenfenster. Ihr Exmann soll sie hier nicht finden.

  Vor drei Monaten ist die 28-jährige Polin mit ihrer vierjährigen Tochter Paulina in die Döblinger Gemeindebauanlage gezogen. 45 Quadratmeter, zwei Zimmer mit Küche und Bad, alles frisch renoviert. Das Kinderzimmer ist mit Sternenmuster tapeziert, die Küche leuchtet in Blau, die Möbel sind hell und freundlich.

  Da haben die beiden, bevor sie im Gemeindebau gelandet sind, ganz anders gelebt, sagt Kowalski. Eine schmale, aber taffe Frau, eine Fröhliche,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige