KNECHT

Punk for one day

Politik | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

Schon zum zweiten Mal diese Woche ertappe ich den Langen, wie er gerade den Radatz verlässt; er trägt kein Sackerl. Ich sage, Tag, was machst denn du hier, und der Lange sagt, er war ein bisschen Jausenzeug einkaufen, und ich sage, aha. Es ist halb fünf, Abendessen gibt es gegen halb sieben, so, dass wir grad noch vor dem Sandmann fertig sind, sonst gibt's Beschwerden, und beseufzen Sie jetzt bloß nicht die traurige Massenmedienmanipuliertheit von Kleinkindern, ich seufze täglich, und wer ist schuld? Ich. Und der Lange, weil wir den Fernseher nicht vor der Geburt entsorgt haben; wir sind profitgeile Kriegsgewinnler, und unser Profit heißt Ruhe. Jedenfalls, wie ich den Langen letztes Mal aus dem Radatz hab schleichen sehen, hatte ich für das Abendessen Brokkoli-Pasta angekündet, heute steht der Lauchkuchen aus dem Novelli-Kochbuch auf dem Menü: Es keimt ein Verdacht in mir. Hauch mich an, sag ich. Nix, sagt der Lange. Hauch mich an oder gestehe, sag ich. Es war nur ein bisserl ein


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