ARS ELECTRONICA 2005

Von Äpfeln und Birnen

Kultur | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

Der Bauer wusste es als Erster: Wenn man eine Rinderrasse mit einer anderen kreuzt, erhält man irgendwann einmal eine neue Rasse, die mehr Milch gibt. Auch die Äpfel bekommen durch solche Hybridisierungen rötere Backen. Der Augustinermönch Gregor Johann Mendel begann dann Mitte des 19. Jahrhunderts, die Mechanismen der Vererbung wissenschaftlich zu untersuchen, indem er Erbsen kreuzte und die Ergebnisse seiner Versuche 1865 in dem Buch "Versuche über Pflanzen-Hybride" (Hybride = Mischlinge) veröffentlichte. "Hybridität" ist auch das Thema der diesjährigen Ars Electronica.

  Dem Literaturwissenschaftler Homi Bhabha ist es zu verdanken, dass der Begriff nicht nur von Genetikern verwendet wird, sondern zum Schlagwort der Kulturtheorie wurde. In seinem Buch "Verortung der Kultur", das 2000 in deutscher Übersetzung erschien, untersuchte er das Verhältnis zwischen Kolonialherren und Kolonisierten und kam zu dem Schluss, dass jede Idee einer authentischen Kultur illusorisch sei. Das


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