Die Blümchenpolizei

BARBARA ZEMAN | Stadtleben | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

STADTMENSCH Im Schlossgarten Schönbrunn versieht Ladislaus Knitel seinen Dienst - als einziger Parkwächter in der großen Anlage. 

Ladislaus Knitel trägt eine schwarze Uniformhose, ein strenges Hemd und schnittige Turnschuhe. Er ist mit dem Fahrrad unterwegs, ein Funkgerät hat er auch dabei. Aus dem plärrt eine knarzige Stimme: "Kckumm sofurt zum Meidlinger Tor, do is wer mit an Radl." Knitel wendet. Das am Hinterrad befestigte Schild mit Aufschrift "Parkaufsicht" vibriert. Dass sein Job trotz frischer Luft und viel Bewegung nicht der erholsamste ist, illustriert Folgendes: Zahl der Setzlinge, die pro Jahr in Schönbrunn gepflanzt werden: 250.000. Zahl der Besucher, die Schönbrunn jedes Jahr verzeichnet: acht Millionen. Zahl der Parkwächter: einer. Die vielen Blümchen wollen vor den Besuchern gut beschützt sein, das gilt auch für den Rasen. Doch die Schilder, mit denen jedes Rasenstück auf allen nur verfügbaren Seiten gekennzeichnet ist, halten die Kameraträgerschar nicht

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