Michi

TEX RUBINOWITZ | Stadtleben | aus FALTER 35/05 vom 31.08.2005

RUBINOWIEN Die vorerst letzte Folge der beliebten "Falter"-Serie führt uns in zwei eher unbekannte Gassen der Stadt. 

Neunzig Prozent der Bewohner Wiens benutzen ihre Stadt nur zu circa fünf Prozent. Wenn man mal auf einem Stadtplan für vier Wochen die Wege einzeichnet, die man täglich so zurücklegt, sieht man diese fünf Prozent deutlich, und die sehen dann wahlweise aus wie ein Wollknäuel oder das unter Drogeneinfluss gebügelte Hemd beziehungsweise gesponnene Netz einer Spinne. Das ist schade, denn so entgehen einem einerseits die Absonderlichkeiten des eigenen Spinnennetzes, weil sie einem als solche selbstverständlich vorkommen, dass sie nicht mehr weiter auffallen. Andererseits verpasst man dadurch natürlich die Absonderlichkeiten außerhalb des eigenen Netzhorizonts. Völlig willkürlich zupfe ich mal zwei Gassen heraus, die vermutlich in den wenigsten Webkoordinaten auftauchen.

  Die Metastasiogasse im ersten Bezirk, sie geht vom Minoritenplatz ab und ist nur Straße.

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