VOM GRILL

First Laugh

Steiermark Vorwort | aus FALTER 36/05 vom 07.09.2005

Es müsse im Landeskrankenhaus eine "First-Love-Ambulanz" geben. Eine Stelle, wo frisch Verliebte hingehen. Mediziner können sie beraten und ihre noch ungebrauchten Verlobungskörperteile begutachten. Oder man müsse in Graz ein "First-Love-Center" installieren.

  Wer denkt sich sowas aus? Sie vielleicht? Ich auch nicht.

Es ist der Obmann der Grünen Jugend Steiermark. Dem ist die Liebe primär ein Fall für die Medizin. Ach Gott - so jung und schon so unerträglich! Wenn dieser Bursche keine Ahnung hat von normaler Sehnsucht und Begierde, von Schwarm und Geheimnis, vom scheuen Erforschen und sachten Annähern, das die erste Liebe bringt, dann soll er sich schämen und still sein. Geht nicht, der will politische Karriere machen. Also fordert er Verwaltung für die Erotik! Und die Grüne Jugend macht ihm dafür die Rauberleiter. Jugend - heißt das nicht Rebellion und Freiheitsdrang, Lebenslust und her mit der Gefahr, aber sofort?

  Ach was! Die wollen unter ärztlicher Aufsicht vögeln, im Beisein von Sozialarbeitern. Das Ganze ist weniger lächerlich als gemeingefährlich. Denn so eine Haltung mordet die Schönheit und die Fähigkeit zur Verehrung, zertrampelt Träume und vernichtet das Mysterium. Und sowas ist die wahre Lebensfeindlichkeit. Wer die Liebe und das Leben liebt, wird solchen Typen nicht einmal zwischen die Augen spucken.


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