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Spezi-Pezi und Poldi-Bär

Steiermark Vorwort | DONJA NOORMOFIDI | aus FALTER 36/05 vom 07.09.2005

Haben wir noch einen Spezi-Pezi-Bären?", fragt der junge Mann am SPÖ-Wahlkampfstand auf der Grazer Hauptbrücke seinen Kollegen kleinlaut. Er wird sogar ein wenig rot dabei. Offensichtlich ist der alberne Name des SPÖ-Wahlmaskottchens selbst dem jungen Wahlhelfer ein bisschen peinlich. Aber Pezi ist nun mal der Spitzname des Spitzenkandidaten - da kann man nichts machen. Und schließlich hat die FPÖ ja auch ihren Poldi-Bären. Wahlkampfgeschenke sind meist nicht nur gratis, sondern auch umsonst: Wer braucht schon Ozonmesskarten, die von den Steirischen Grünen verteilt werden, oder einen VP-grünen Gummiball, auf dem "Ja zu Klasnic" draufsteht? Neben nutzlosem Schnickschnack gibt es an den Infoständen der Parteien auch Brauchbares. Vorrausgesetzt, man hat kein Problem damit, wenn einem schon in aller Früh Waltraud Klasnic von der Kaffeepackung entgegenlächelt, oder auf dem Energydrink "Vorwärts Voves" draufsteht. Etwas dezenter sind die Freitag-Plagiat-Taschen der Grünen: "Ungemütlich" oder "Feminist" prangt auf den austauschbaren Flappen. Allerdings kosten die grünen Taschen 19 Euro pro Stück. Mager fallen die Wahlkampfgeschenke bei den kleineren Parteien aus: Die Liste Kaltenegger verteilt lediglich Ansteckbuttons mit der Aufschrift "Vota Comunista" oder "Fürchtet euch nicht". "Gemeint ist vor der KPÖ", erklärt KP-Chef Ernest Kaltenegger. Von Geschenken vor der Wahl hält er wenig: "Die Leute lassen sich nicht mit Kugelschreibern kaufen." Wohl auch nicht mit Wasserbällen, die der steirische FP-Chef Gerald Gosz persönlich in den Freibädern vorbeibringt und die den SP-Wasserbällen zum Verwechseln ähnlich sehen. Wer trotzdem eine Wärmeflasche (Grüne), Radieschensamen (SPÖ), Nudeln (VP) oder einen Deix-Comic haben will, der Gerhard Hirschmann als katholischen Revoluzzer darstellt, wendet sich an die Infostände oder die Parteizentralen.

Alle Werbeartikel gibt's kostenlos an den Ständen der wahlwerbenden Parteien. Wer sie nicht findet, fragt in den Parteizentralen.


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