Nach dem Mauerfall

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 36/05 vom 07.09.2005

NS-ENTSCHÄDIGUNGEN Zwischen Kanzlerpartei und Kultusgemeinde herrscht nach einem halben Jahrzehnt Eiszeit erstmals Tauwetter. Doch wann sehen die NS-Opfer endlich ihr Geld aus dem Entschädigungsfonds? 

Fünf lange Jahre herrschte Funkstille zwischen dem Kanzler und dem Präsidenten der jüdischen Gemeinde Wiens. Wann immer Wolfgang Schüssel und Ariel Muzicant einander etwas zu sagen hatten, wandte sich einer der beiden an die Zeitungen - meist, um dem anderen öffentlich neue Unfreundlichkeiten auszurichten.

  Doch nun ist alles anders. Erika Jakubovits, Executive Director der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) und rechte Hand Muzicants, sagt: "Wir haben mittlerweile ein gutes, offenes Verhältnis zur Regierung Schüssel. Man gibt uns das Gefühl, dass dem Land das Wohl seiner jüdischen Gemeinde wichtig ist." Andreas Khol wiederum, Nationalratspräsident und zweiter Mann im Staat, erklärt feierlich: "Die ganze Situation hat sich entkrampft, weil wir ja schließlich alle Österreicher,


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