Sind Richter kritisierbar?

Medien | aus FALTER 36/05 vom 07.09.2005

"Falter" vor Gericht Eine Richterin will Entschädigung, weil der "Falter" eines ihrer Urteile kritisierte. Ihre Chancen scheinen gut zu stehen.

Eine ungewöhnliche Klage: Ingeborg Kristen, Richterin in Wiener Neustadt, verklagte die Zeitschrift Falter wegen "übler Nachrede", weil Redakteur Florian Klenk eines von Kristens Urteilen als "Skandal" bezeichnet hatte. Worum ging es? Im Jahr 2004 hatten Vergewaltigungsvorwürfe in Traiskirchen für Empörung gesorgt. Eine Afrikanerin war damals zur Polizei gegangen und hatte angegeben, von einem Wachmann vergewaltigt worden zu sein. Sie zeigte ihre zerrissene Unterhose, beschrieb "unter Tränen", wie die Polizei vermerkte, den Täter. Dieser wurde ausgeforscht, gab zu, vor dem Sex zwölf Biere getrunken zu haben. Die Türe habe er verschlossen und den Schlüssel bei sich behalten. Die "Negerin", wie er sie nannte, sei ihm "zuwekräult".

  Erst auf Drängen der Asylwerberin kam es zu einem Prozess, der mit einem Freispruch des Wachmanns endete.


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