STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 36/05 vom 07.09.2005

Jedes Ensembledrama braucht eine Katastrophe, die es zusammenhält: Sei es das Erdbeben in Altmans "Short Cuts" oder, derzeit sehr beliebt, der Autounfall, der alle Beteiligten am Unfallort vereint wie in Spielmanns "Antares", aktuell in "L.A. Crash" oder in den beiden Filmen des Mexikaners Alejandro Gonzáles Inárritu, "Amores Perros" und "21 Grams". Um gleich in Mexiko zu bleiben: In "Nicotina" von Hugo Rodriguez, ist die alle verbindende Katastrophe nun weniger punktuell als ständige Gewohnheit. Immer wieder wird in diesem mit farbigen Split-Screens und shmoovem Trip-Hop für das Entstehungsjahr 2003 fit gemachten Caper-Movie, in dem ein paar Gangster einen McGuffin in Kofferform jagen, demonstrativ getschickt, inhalierend geflirtet und in tarantinoesken Dialogen drohender Lungenkrebs aufs, na ja, Frechste verharmlost: Ein aufgemotztes Konfektionsprodukt, das Lokalkolorit mit internationaler Zeitgeistästhetik kombiniert und ein paar Typen, die mit einer Puffn wedeln, mit einem Plot


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