Radikale Steuerreform

Vorwort | MARKUS MARTERBAUER | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

KOMMENTAR In Deutschland liebäugelt die CDU mit der radikalen Steueridee einer "Flattax". Wer profitiert davon? 

Die Aufregung im Wahlkampf war ihm sicher. Erst der Wahltag am 18. September wird allerdings klären, wem seine Ideen politisch wirklich nutzen: Paul Kirchhof, der ehemalige Verfassungsrichter, wurde von der konservativen Oppositionsführerin Angela Merkel zu ihrem Wunschfinanzminister erkoren. Der Spiegel nennt den Mann den "radikalsten Steuerexperten Deutschlands", und Frau Merkel will mit seiner Nominierung ihren Reformwillen signalisieren. Die Regierungsparteien haben das Auftreten Kirchhofs dankbar aufgegriffen. Für sie ergibt sich durch die Abgrenzung von den Ideen "dieses Professors aus Heidelberg" (Bundeskanzler Schröder) die Möglichkeit, jenes soziale Gewissen zu zeigen, das die Regierungspolitik der letzten Jahre vermissen hat lassen.

  Was will Herr Kirchhof? Seiner Meinung nach ist das deutsche Einkommensteuersystem aufgrund der vielen Ausnahmeregelungen kompliziert


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