Helden von gestern

Politik | ÁRPÁD HAGYÓ | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

EU-ERWEITERUNG Ein populärer General wird als Kriegsverbrecher gesucht, aber vom Volk als Held verehrt. Kroatien arbeitet seine düstere Kriegsvergangenheit noch immer nicht auf. Ist das Land zehn Jahre nach Kriegsende reif für die EU? 

Über dem Asphalt flimmert die Luft. Die letzten Adria-Urlauber brausen in ihren Autos an Pinienwäldchen vorbei. Am Straßenrand sticht ein Soldatengesicht ins Auge, auch wenn es Gäste aus Österreich und anderswo meist nicht kümmert, um wen es sich da handelt. Ein stämmiger Armeeangehöriger mit Generalsmütze salutiert auf Plakatwänden entlang der Küste, darüber prangt die Aufschrift "Heroj" (Held). Es ist Ante Gotovina, kroatischer und, seit einem Gastspiel in der Fremdenlegion, auch französischer Staatsbürger. Öffentlich zeigt sich der General a.D. allerdings nur mehr auf Postern: Er ist weltweit zur Verhaftung ausgeschrieben.

  Bevor ihn Präsident Stipe Mesic im Jahr 2000 abgesetzt hat, war Ante Gotovina Kommandant der kroatischen Streitkräfte.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige