Kommentar

Durchs Nadelöhr der Alten Schmiede

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

Für Kulturveranstaltungen gibt es gemeinhin zwei Kriterien für Erfolg: Publikumszuspruch (die unter echten Connaisseuren übel beleumundete "Quote") und Medienecho, denn auch der mediale Respons beweist den Erfolg, wenn nicht gar die Existenz eines Ereignisses. Das ist falsch, wenn auch nicht ganz. Eine Stadt wie Wien, die sich in der Städtekonkurrenz unter anderem über die Ware "Kultur" behaupten will, braucht auch die großen Namen, ein bisschen von dem ganzen Adabei-Zinnober, der Kultur dann auch für jene zum Newswert macht, die sich für sie gar nicht interessieren.

Es gibt aber auch einen ganz anderen Erfolg, der allerdings den Nachteil hat, dass er erstens schwer zu quantifizieren und zweitens schlecht für repräsentative Auftritte von Kulturpolitikern geeignet ist: Der Glamfaktor von Werkstattgesprächen etwa ist gering, und auch im alltäglichen Repertoirebetrieb entziehen sich einzelne Auftritte, mögen sie auch noch so gelungen sein, der breiteren öffentlichen Wahrnehmung.


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