Darüber muss man schreiben

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

LITERATUR Literatur-Wunderkind Jonathan Safran Foer stellt in Wien seinen Roman "Extrem laut und unglaublich nah" vor, in dem er aus der Sicht eines Wunderkinds über 9/11 und andere Katastrophen schreibt. 

Es fiele leicht, dieses Buch gnadenlos zu verreißen. In "Extrem laut und unglaublich nah" hat sich der 28-jährige US-Erfolgsromancier Jonathan Safran Foer ("Alles ist erleuchtet") einigermaßen übernommen. Er schreibt nicht nur über 9/11, sondern auch über die Katastrophen von Dresden und Hiroshima, obwohl er über die beiden letzten wenig zu sagen hat.

  Gut ein Drittel dieses Romans ist unnötig, manches nachgerade ärgerlich - vor allem, dass Foer über die Terroranschläge auf New York, die Bombardierung Dresdens und die Atombombe so schreibt, als seien sie alle eins. Hier finden sich alle Katastrophen ohne Beachtung ihres Kontexts gleichgeschaltet.

  Man möchte "Extrem laut" immer wieder zur Seite legen, enthielte dieser Roman in seinem Kern nicht eine sehr gelungene Story,


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