STREIFENWEISE

Kultur | M. OMASTA / D. ROBNIK | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

Claire ist 17, sie arbeitet im Supermarkt, und ihr Bauch wächst so rasch wie das Gemüse, das sie auf den Feldern stiehlt. So krampfhaft Eléonore Faucher in ihrem Spielfilmdebüt das ungewollt schwangere Mädchen und Mutter Erde in eine quasi mythologische Beziehung zueinander setzt, so subtil und gekonnt wird die Geschichte der "Perlenstickerinnen" ("Brodeuses") schließlich erzählt. Claire findet Aufnahme bei Madame Melikian, einer Armenierin, die seit dem Unfalltod ihres Sohnes in tiefer Verzweiflung und völliger Einsamkeit vor sich hin west. Über ihrer gemeinsamen Arbeit an kostbaren Stickereien finden die beiden Frauen allmählich wieder ins Leben zurück. Ariane Ascaride und die junge Lola Naymark halten die Fäden, die Geschichte, den ganzen Film zusammen; und wenn Claire lachend auf ihrem Moped durch die Gegend braust oder sie ihre rote Mähne unter einem Tuch zusammenbindet und plötzlich aussieht wie die Mädchen auf einem Gemälde von Vermeer, sind das sogar richtig große


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