Keine faden Säcke

MARTINA STEMMER | Stadtleben | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

STADTMENSCH Seit dreißig Jahren sammelt Günther Berger Einkaufssackerln. Einige davon kann man nun im Bezirksmuseum Meidling sehen. 

Der Mann sagt nicht einfach "Sackerl", "Nylontasche" oder gar "Tüte". Nein, Günther Berger spricht von "Einkaufsbehelf". Und von diesen Dingern besitzt er einige. Aus aller Welt hat er sie zusammengetragen, in unterschiedlichsten Farben und Formen, aus Plastik, Papier und Stoff. "Taschen sind immer auch Kommunikation", meint Sammler Berger, denn mit einem schönen Exemplar könne man Blicke auf sich lenken. Besonders auffällig ist der groß gewachsene, zurückhaltende Meidlinger mit seinem derzeitigen Lieblingsstück zwar nicht: Es ist eine beige Stofftasche mit einem grünen Biennale-Aufdruck, die er 1999 aus Venedig mitgebracht hat. Die Biennale-Tragtaschen haben es Berger überhaupt angetan: "Die haben immer ein tolles Design."

  Seit 1971 sammelt der Doktor der Kunstgeschichte schon. Eine Supermarktkette ließ damals Kunst auf ihre Plastiksackerln

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