TIER DER WOCHE

Saubermänner

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

Gerhard, das Kampfschwein", betitelte die flämische Zeitung De Standaard ein Porträt über Bundeskanzler Schröder und seine Rolle im deutschen Wahlkampf. Die Bezeichnung "Kampfschwein" ist nun weder typisch flämisch, noch kennt sie der Österreicher. Hier nennt man einen deutschen Bundesbankpräsidenten gerne mal eine "echte Sau", aber die Metapher "Kampfschwein" ist in unserem Land trotz langer agrarischer Tradition ungebräuchlich. Kampfhähne, das gibt es, doch Hausschweine wurden niemals für Kriegshandlungen oder im Hetztheater eingesetzt.

Jetzt herrscht sogar Gedrängel um diesen Begriff, denn auch Joschka Fischer, deutscher Außenminister, brüstete sich auf einer Pressefahrt vor Journalisten: "Wir können die Sache noch rumreißen, glauben Sie einem alten Kampfschwein!" Hat dieser plötzliche Hype mit den Schlammschlachten im Wahlkampf zu tun? Oder ist dies ein Hinweis auf eine Vorliebe für Trüffeln? Bislang war die Bezeichnung Fußballspielern wie Marc Wilmots von Schalke


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