VORWORT

Handmelker, rot-weiß-rot

Steiermark Vorwort | THOMAS WOLKINGER | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

Fürchtet Euch nicht", sagt Ernest Kaltenegger. "Ich fürchte mich nicht", sagt Waltraud Klasnic. Ich fürchte mich schon. Ein wenig zumindest. Nicht davor, dass die Internationale demnächst die steirische Landeshymne ablösen könnte. Oder vor einer Zwangskollektivierung der steirischen Milchwirtschaft im Fall des Einzugs des KPÖ-Chefs in die Landesregierung. Mein Unbehagen bezieht sich vielmehr auf die Leere der letzten Worte, die derzeit im Wahlkampf suggerieren, am zweiten Oktober steuere das Land auf so etwas wie einen fundamentalen Umbruch zu, in Form einer finalen Konfrontation der ideologischen Blöcke. Weiß-Grün, die von der ÖVP okkupierten Landesfarben, gegen Rot-Rot, das Gespenst einer linkslinken Koalition: das mächtige Aufbäumen des Alten gegen das Anstürmen des Neuen. Einen Konflikt dieser Form gibt es in der Steiermark nicht. Oder, um das Bild aufzugreifen, das Sergej Eisenstein in seinem Sowjetpropagandawerk "Das Alte und das Neue" im vorigen Jahrhundert für den


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige