VOM GRILL

Umpf-umpf-umpf

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

Die Ampel unter meinem Fenster wird chronisch rot. Sie schämt sich wohl des Musikgeschmacks jener, die da bremsen: Typen wie aus einer Zillertaler-Schürzenjäger-Lookalike-Ausscheidung. Testosterongefüllte, bei denen Beruferater auf Zuhälter tippen. Und solche, die das Fenster herunterkurbeln, damit unsereins um vier Uhr morgens auch reichlich Serborockgeflenne abbekomme.

  Es ist die Hölle. Die Fassaden machen umpf-umpf-umpf-umpf. Es raubt den Schlaf und schenkt Herzrhythmusstörungen. Und Hass. Auf diese Typen. Auf die Autoindustrie. Auf Kieberer. Auf Politiker. Und auf mich - in meiner Hilf- und Schlaflosigkeit überlasse ich mich derart schäbigen Gefühlen. Peinlich.

  Nun fragte ich eine Anwältin, ob ich mich, wenn mein Zimmer mit akustischem Gestank bombardiert wird, mit Stinkbomben revanchieren könne. Ich konnte ihr - wenn Sie wüssten, wie der Falter knausert! - nichts zahlen. Ich könnte, meinte sie, wegen Gefährdung der Verkehrssicherheit belangt werden. Falls man mich erwischt.

  Ich werde es also auf ein paar Versuche ankommen lassen. Da lauert das nächste Problem: Wo kann man, seit es den "Koch" am Hauptplatz nimmer gibt, in diesem Kaff Stinkbomben kaufen?

  Sie meinen, aaach, ich möge still sein und in eine bessere Gegend ziehen? Doch kann ich mir - inzwischen wissen Sie ja, dass der Falter knausert - so etwas leisten?


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