STEIRERBRAUCH

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 37/05 vom 14.09.2005

FRESSEN Wenn dir die Augen übergehen und wenn dir der Saft voll im Mund einschießt. Wennst an nichts anderes mehr denken kannst als den ersten, den fetten, den würzigen, den saftigen Biss ins Fleisch. Spürst es, wie sich die Zähne durch die Panier bohren? Spürst es, wie sie die zarten Fasern schneiden, den saftigen Klumpen zermahlen? Spürst es, wie die Säfte sich mit deinen mischen? Wie sich das Fleisch und die Kraft langsam in dir auflösen, wie es der Körper für dich aufsaugt? Wie er die Säfte ganz von selbst einatmet, wie das Fleisch zu dir wird? Geh hin zum Wirt und sag es für die ganze Welt, sag es mit Anstand. Sag es wie ein Gebet: Sag Schlachtplatte. Sag es wie ein Liebesgedicht, mit Bedacht: Schlachtplatte. Sag es wie ein Gesetz: Schlachtplatte. Ohne Knödel, ohne Kraut, ohne Salat, ohne Besteck. Dann nimmst die Hände. T. W.


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