HERO DER WOCHE

Josef Martinz

Politik | aus FALTER 38/05 vom 21.09.2005

Wenn Politiker in braune Jopperl schlüpfen und am Ulrichsberg antanzen, ist das an sich dolmverdächtig. Dem Kärntner ÖVP-Obmann Josef Martinz muss man allerdings zugute halten, dass er aus seiner Rolle als Festredner beim jährlichen Veteranentreffen, bei dem sich regelmäßig auch Rechtsextreme zusammenrotten, das Beste gemacht hat. Nicht nur die Totenkopfverbände, auch die Waffen-SS habe während des Zweiten Weltkrieges bewusst Verbrechen gegen die Menschlichkeit und "menschenverachtende Taten" begangen, eröffnete der Schwarze dem Publikum: "Hier gibt es nichts zu beschönigen und zu tolerieren." Eigentlich eine selbstverständliche Aussage - doch nicht am Ulrichsberg. Über hundert Zuhörer verließen wutentbrannt das Festzelt, wo das Treffen wegen des Sauwetters stattfand. Der Politiker Martinz muss nach seinem Auftritt mit einer zwiespältigen Bilanz rechnen: Gesicht gewahrt, Stimmen verloren.


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