"Ein ziemliches Desaster"

GERALD JOHN | Politik | aus FALTER 38/05 vom 21.09.2005

DEUTSCHLAND Der Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer über das Versagen von Rot-Grün, die Existenzängste der Deutschen, die Spaltung der Gesellschaft und Unternehmen, die mit der Übersiedlung nach Österreich drohen. 

Rund 4,7 Millionen Arbeitslose, Hartz IV und Zukunftsangst - die Zustände in Deutschland sind momentan nicht erfreulich. Wohl kein anderer Experte hat sie so genau analysiert wie Wilhelm Heitmeyer. Gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftlern gibt der Bielefelder Sozialforscher jährlich den Band "Deutsche Zustände" heraus, der sich mit der sozialen Situation im Land auseinander setzt. In seiner Studie wie im Falter-Interview zeichnet Heitmeyer das Porträt einer gespaltenen Gesellschaft, die sich allmählich vom Prinzip der Solidarität entfernt.

Falter: Am Wahlabend hat Bundeskanzler Gerhard Schröder versprochen, er wolle den sozialen Zusammenhalt stärken, falls er Kanzler bleibt. Glauben Sie ihm?

Wilhelm Heitmeyer: Notwendig wäre es auf jeden Fall. Die deutsche Gesellschaft

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