Die Asylantenfreundin

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 38/05 vom 21.09.2005

ASYL Den Volksaufstand gegen ihr Flüchtlingsheim in Floridsdorf vergisst Daniela Frey nicht. Doch ein Dreivierteljahr später hat die junge Heimleiterin die Jedlersdorfer Schrebergartenmentalität umgekrempelt - zumindest teilweise. 

Achthundert Leute drängen sich im Floridsdorfer Haus der Begegnung, brüllen, drohen, toben. Schreien die am Podium mit "Nein!, nein!, nein!"-Chören nieder. Einer entreißt dem Moderator das Mikro, hinten haut der Pöbel zwei Linke raus. Die Anrainer, die sich nur informieren wollten, sitzen verstört im Tumult. Und die Wiener FPÖ hat ihren Chef mit Anhang vorbeigeschickt. Die Funktionäre am Podium kriegen es mit der Angst, gibt's hier einen Fluchtweg?, der Präsident vom Arbeiter-Samariterbund verliert die Nerven und empfiehlt dem wütenden Volk, "die Gosch'n" zu halten. Kurz darauf entschuldigt er sich. Den Empörten ist das sowieso egal. Es geht um den Abwehrkampf für ihr sauberes Floridsdorf. Die akkurat gemähte Jedlersdorfer Schrebergartenidylle


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