Knecht

Wir sind anständige Leute


Doris Knecht
Politik | aus FALTER 38/05 vom 21.09.2005

Die Kinder sind vom Höhnen zum Fluchen übergegangen, es ist nicht mehr feierlich. Sie rennen wie besessen durch die Gegend, zu zweit und mit dem Horwath- und dem Breuss-Buben, ihren neuen Kampfschrei auf den Lippen. Kackapfurz! Kackapfurz! Ka!Ka!Pfuuuuaz! Am ersten Tag war es herzig, seit das Wort fünfzig Prozent ihres linguistischen Tagesbedarfs ausmacht und im Tonfall stündlich aggressiver wird, nicht mehr. Es langt. Es langt, Kinder, genug, sag ich, ich will das Wort nicht mehr hören. Kackapfurz. Schluss jetzt, sag ich. Ich schlage ihnen eine fäkalfreie Alternative vor, wie wär's mit Stinksocke?, was sie mit einer derartigen Begeisterung aufnehmen, dass ich es ihnen zwanzig Minuten später wieder verbiete.

Es ist allerdings schwer, zwei Kinder vom Fluchen zu heilen, die gezwungen sind, regelmäßig mit dem Langen Auto zu fahen. Der Lange, für gewöhnlich ein Quell feinsinniger Bonmots, mutiert hinterm Lenkrad zu einem aggressiven Totalproleten, und unmittelbar nachdem ich aus

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