Kommentar

Die Kunst-Wegwerfgesellschaft

Kultur | JAN TABOR | aus FALTER 38/05 vom 21.09.2005

Wien wird mit Kunst regelrecht verdreckt. Schröder, Leopold, Kräftner, Kos, Noever, Essl und wie sonst all die musealen Quotenstrategen heißen mögen, lassen neuerdings ganze Kohorten von Söldnern ausschwärmen. Die Affichierer, wie diese illegalen Nachtarbeiter genannt werden, treten zum harten Quotenringen an, dem Kulturkampf der Jetztzeit. Ausgerüstet mit gewöhnlichen Klebebändern, Tixos genannt, und ausgestattet mit den Augen der Eule für die spezifischen Umstände der Stadt haben diese Schnellkleber den Auftrag, überall in der Stadt (bevorzugt werden Baustellenzäune und Sammelbehälter) eine gute Nachricht zu verbreiten: Demnächst wird es wieder eine neue Kunstausstellung zu sehen geben. Oder ist gerade eine zu sehen. Oder es geht gerade eine zu Ende, und es wäre daher jammerschade, sie zu versäumen.

Wäre es auch. Viele Kunstausstellungen sind wirklich sehenswert. Von den dazu affichierten Kunstplakaten kann dies nicht behauptet werden. Vor allem nicht von jenen mit den


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