Unschönes Versinken

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

Kommentar. Die Präsentation der Literaturanthologie "Landvermessung" geriet zur Phänomenologie des Österreichertums. 

Es waren ja viele abwesend, als am vergangenen Montag, einem gnädig milden, ja warmen September-Abend, die "Landvermessung", formerly known as "Austrokoffer", präsentiert wurde. Aber so abwesend, sprich, so anwesend abwesend wie "Landvermessung"-Herausgeber Günther Nenning war dann doch keiner. Und es wäre nicht Doppeldoktor Nenning, die rechte und die linke Hand von allem und dessen genauem Gegenteil, würde er einem wenigstens diese Pointe gönnen. Aber nein, der ewige Igel des austriazistischen Boulevardfeuilletonismus ist natürlich auch diesmal schneller, ruft sein "Bin schon da!" und verkündet vom Tonband, das durch die sogenannte Volksgarten-Banane hallt, Nestroy zitierend und paraphrasierend "Jetzt muss ich also durch Abwesenheit imponieren. Warum denn nicht? Das ist die interessantere Rolle. Anwesend war der Nenning ja oft genug wo gewesen."

Vollends gespenstisch


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