Zwei Welten, eine Sorge

Raimund Löw | Vorwort | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

AUSLAND Deutschlands Gerhard Schröder und Brasiliens "Lula" da Silva ringen mit ähnlichen Problemen. 

Für linke Regierungen, die sich nicht auf eine riskante Totalkonfrontation mit der Wirtschaft einlassen wollen, ist der Umgang mit der Schere zwischen großen Erwartungen und bescheidenen Resultaten eine politische Überlebensfrage. Das muss Luis Inacio "Lula" da Silva, jahrzehntelang der größte Hoffnungsträger der Armen, im fernen Brasilien genauso feststellen wie zuvor die rot-grüne Führungsmannschaft um Gerhard Schröder und Joschka Fischer. In unterschiedlichen Breitengraden und unter den damit einhergehenden unterschiedlichen Bedingungen sind Rot-Grün in Deutschland und die rosarote Regierung der 1980 gegründeten brasilianischen Arbeiterpartei PT Produkte der weltweiten Radikalisierungswelle um 1968. Was den Deutschen der ehemalige Frankfurter Straßenkämpfer Joschka Fischer an der Spitze des altehrwürdigen Außenamtes war, das wurde in Brasilien der ehemalige Guerillakämpfer

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