Nicht nur ein Nazijäger

Vorwort | Wolfgang neugebauer | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

Kommentar. Simon Wiesenthal hatte in Österreich gegen den politisch-gesellschaftlichen Mainstream anzukämpfen.

Simon Wiesenthals umfassende Leistungen wurden seit seinem Tod vor einer Woche von vielen Seiten gewürdigt. Hier soll ein zentraler Aspekt seines Wirkens beleuchtet werden: die Verfolgung der NS-Täter und Österreichs Verhalten in dieser Frage. Schon die Tatsache, dass eine private Person sich dieser staatlichen Aufgabe annehmen musste, weist auf die Versäumnisse von Politik, Justiz und Polizei bei der Verfolgung der NS-Verbrecher hin. Nach einer kurzen Periode konsequenter Strafverfolgung unmittelbar nach 1945 gingen die Bemühungen Österreichs zur justiziellen Ahndung der NS-Verbrechen drastisch zurück; Verfahren wurden eingestellt oder gar nicht mehr aufgenommen, Urteile aufgehoben, Verurteilte amnestiert, schwer Belastete in skandalösen Prozessen freigesprochen. ÖVP und SPÖ buhlten um die Stimmen der ehemaligen Nationalsozialisten, versuchten diese für ihre Parteien


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige