Eine Stadt sieht rot

Politik | JULIA ORTNER und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

WIENER WAHL Michael Häupls SPÖ steuert zielsicher auf die nächste Absolute zu. Was kann die Opposition der roten Übermacht überhaupt entgegensetzen? Nüsse? Schlauere Visionen? Oder einfach Dirty Talking? 

Die Funktionäre geben ihr Bestes. Der Wiener ÖVP-Obmann auch. "Diese Stadt hat keine Konzepte!", ruft Johannes "Gio" Hahn empört von seiner Tribüne am Rathausplatz. Das Parteivolk trommelt mit den aufblasbaren "Go for Gio!"-Keulen, als gäbe es kein Morgen. Dann: "Diese Stadt wartet noch immer auf die Perestroika!" Wieder hämmert und wachelt der halbe Platz wie wild mit seinen Luftknüppeln. Doch nicht alle geraten derart in Verzückung. Während der schwarze Frontmann beim ÖVP-Wahlkampfauftakt minutenlang über "sein tolles Team für den Gemeinderat" schwadroniert, sinkt einem ergrauten Herrn im eleganten Lodenmantel plötzlich das Kinn auf die Brust. Bei jedem Knüppelgewitter schreckt der Entschlafene erneut hoch. Bis Hahn einen überdimensionalen Wecker auf sein Rednerpult


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