Pfiffig wie Gios Bart

Politik | Gerhard Stöger | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

Wahlkampfsongs. Welche Lieder sollen die Stimmung im Wiener Wahlkampf anheizen, und was sagen sie über die Parteien aus? Ein Soundcheck.

Für Günter Hopfgartner von der Wiener KPÖ stellt sich die Frage nach passender Wahlkampfmusik erst gar nicht. Einen regelmäßig eingesetzten Popsong, wie er in anderen politischen Lagern längst zum wahlkämpferischen Alltag gehört, empfände die Partei als "nicht adäquate Form der Ästhetisierung von Politik". Bei öffentlichen Auftritten der Kommunisten sind deshalb zwar eventuell DJs der Wiener Soulszene, aber ganz sicher keine eigenen Wahlkampfhymnen zu hören.

Den theoretischen Hintergrund dazu liefert der deutsche Gesellschaftskritiker Walter Benjamin mit seinem 1936 veröffentlichten Aufsatz "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit". Benjamin, der sich 1940 auf der Flucht vor der Gestapo das Leben nahm, beschreibt darin die Ästhetisierung der Politik durch den Faschismus, welcher der Kommunismus mit der Politisierung


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