System Blauäugigkeit

Politik | NICOLA LÖWENSTEIN | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

UMWELT Eine Fülle an verschiedenen Pflanzenschutzmitteln prasselt auf Österreichs Felder nieder. Illegale Pestizide und überforderte Kontrolleure werfen auf den angeblichen Delikatessenladen Europas kein gutes Licht.

Der Hinweis, der am 2. Juni beim Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) einging, war anonym. Ein unbekannter Informant steckte dem Amt, dass in einer Halle im steirischen Unterfladnitz illegale Pestizide gelagert würden. Tatsächlich entdeckten Kontrolleure dort 53 Tonnen Pflanzenschutzmittel, die teils giftig waren und in Österreich nicht verwendet werden dürfen. Das BAES beschlagnahmte die Ware vorübergehend und versiegelte sie. Doch vier Wochen später waren die 53 Tonnen verschwunden.

Die kuriose Causa lässt arge Lücken in der Kontrolle teils giftiger Vertilgungsmittel zutage treten. Weder zogen die Prüfer Proben, noch nahmen sie die Fässer mit. Beides schreibt das Gesetz schließlich nicht vor. Vom "Systembestandteil Blauäugigkeit" spricht ein Beamter,


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