Kommentar

Blutkünstler Nitsch: noch nicht Wurscht

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

Als vor zwei Jahren in der Zeitung Die Presse ein großes Interview zum 65. Geburtstag von Hermann Nitsch erschien, dachte man schon, der blutrünstige Wiener Aktionist habe seinen Frieden mit dem österreichischen Bildungskleinbürgertum geschlossen. Und auch als das Burgtheater vor zwei Wochen ankündigte, es werde die 122. Aktion des Orgien-Mysterien-Theaters (OMT) veranstalten, wie Nitsch seit Anfang der Siebzigerjahre seine Malaktionen auf der Basis von Schlachthausmaterialien nennt, gab es keine ablehnenden Reaktionen. Christoph Schlingensief hatte die Skandal-Latte in seiner Inszenierung von Elfriede Jelineks "Bambiland" wohl bereits zu hoch gelegt. Ein Blow-Job-Video bildete darin das Bühnenbild.

Der zur Pressekonferenz von seinem Weinviertler Barockschlösschen in Prinzendorf angereiste Nitsch suchte vergeblich nach Kritikern. Ohne Widerrede durfte er sich mit Richard Wagner, Prinzendorf mit Bayreuth vergleichen und davon sprechen, dass er sich nun im Burgtheater die Krone selbst


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