ÜBER LYRIK

Auswertung von Unwahrheiten

ERICH KLEIN | Kultur | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

Die klassische Frage, wie ein visuelles Bild in ein sprachliches umzusetzen sei, hat bei Vertretern der mittleren Generation der deutschsprachigen Lyriker eine ungeahnte Wiederbelebung erfahren. Einer der renommiertesten Vertreter, der Wiener Lyriker Peter Waterhouse, gibt in seinem "Versuch über die Dichtung von Michael Hamburger" eine scheinbar paradoxe Antwort: durch "die Nicht-Anschauung". Die vier Essays, subtile Beispiele von close reading, die Waterhouse' viele Jahre währende Übersetzung der Lyrik von Michael Hamburger begleiten, führen höchst anschaulich in die Tradition der abendländischen Poesie, von Sappho über Keats und Hölderlin bis zu Celan. Übersetzen versteht Waterhouse als eine "Art und Weise, die Unwahrheiten zu finden". Eine nicht ganz unwichtige Aussage, definiert er doch Lyrik wie folgt: "Gedichte bezeichnen unwahre Punkte oder vielleicht ganze Bereiche von Unwahrheit." Wichtigstes Medium dieses Bereiches ist der Klang der Worte - die repräsentative Auswahl

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