Der Weg allen Fleisches

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

LITERATUR Mit "Zeitlupe" legt Nobelpreisträger J.M. Coetzee einen Roman über die drastisch verlangsamte Existenz eines verunfallten Mannes vor. 

Der in Kapstadt geborene und vor drei Jahren von Südafrika nach Australien übersiedelte J.M. Coetzee ist der wohl höchstdekorierte Autor des Commonwealth. 2003 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Davor gewann er zweimal (1983 und 1999) den alljährlich für den besten Roman des Staatenbundes vergebenen Booker Prize - etwas, was außer Coetzee bislang nur dem Australier Peter Carey gelungen ist (und dieses Jahr Kazuo Ishiguro gelingen könnte).

"Zeitlupe" ist Coetzees erster Roman nach dem Nobelpreis und hat es immerhin auf die 17 Anwärter umfassende Longlist des heurigen Booker Prize geschafft. Der Originaltitel lautet "Slow Man" und ist in dieser Schlichtheit vermutlich wirklich nicht zu übertragen. Macht aber nichts, denn zumindest für den Beginn des Romans passt "Zeitlupe" ausgezeichnet: Auf einer Seite beschreibt er jenen Unfall,


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